Verbraucherzentrale NRW fordert Kennzeichnungspflicht für Raumdüfte

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Unter dem Stichwort „Duftmarketing“ haben Raumdüfte für den gewerblichen Bereich Hochkonjunktur. An der Decke, neben der Tür, hinter Wänden sind die automatischen Duftversprüher in allen Größen und Farben versteckt. Düfte sollen Kunden in eine kauf- und konsumfreudigere Stimmung versetzen und es gibt zahlreiche Anbieter, die ihre Duftmixturen für alle möglichen gewerblichen Einsatzgebiete anpreisen. Von Hotels, Gaststätten, Kantinen, Werkstätten, Fitness-Studios, Alten- und Pflegeheimen ist dort die Rede. Hinzu kommen noch Düfte in Zügen, Flugzeugen und öffentlichen Toiletten. Für Menschen, die auf künstliche Düfte empfindlich reagieren, Asthmatiker und Allergiker wird die Luft zum Atmen überall dünner.

Überall prangern Schilder mit dem Hinweis auf die Videoüberwachung. Zum Einsatz von Düften gibt es keine HInweispflicht. Wie gut, dass die Verbraucherzentrale NRW darauf aufmerksam macht und eine entsprechende Kennzeichnung fordert: „Die Verbraucherzentrale NRW fordert deshalb deutliche Hinweisschilder vor den Eingängen bedufteter Geschäfte, egal ob an der Fischtheke eine künstliche Meeresbrise bläst oder der Baumarkt mit Holzgeruch klotzt. Penibel aufgeführt werden sollten dabei alle verwendeten Stoffe. Eine wichtige Hilfe für Allergiker und Asthmatiker. Denn wer auf Duftstoffe sensibel reagiert, und das sind nach Angaben des Umweltbundesamtes immerhin rund eine Million Menschen, hat so die Chance, den Wohlfühl-Attacken in Geschäften zu entgehen – ganz im Gegensatz zu den Mitarbeitern.“

Auch in Geschäften kommt es – analog zur privaten Nutzung von Deodorants und Parfums – aufgrund der Gewöhnungseffekte auch noch zu Überdosierungen. Da hilft nur: das Personal aktiv darauf ansprechen und auf die Gefahr von Duftstoffen hinweisen. Im Zweifel: das Geschäft meiden!

Duty free – die olfaktorische Belastungsprobe!

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Knapp 60 Millionen Passagiere haben im Jahr 2014 den Flughafen Frankfurt besucht. Laut Besucherstatistik der Fraport AG (www.fraport.de) bleibt jeder Passagier im Schnitt 2,19 h im Airport. Das ist eine Menge Zeit zum Essen und Shoppen. Die Duty Free-Shops sind schon von Weitem zu erahnen, Menschen mit wedelnden Papierstäbchen sind vorauseilende Boten. In einer Boeing 737, lt. Lufthansa ein „kraftvoller Winzling“, gibt es auf 31 Metern Rumpflänge 120 Sitzplätze. Das sind 120 Menschen auf auch in Business-Class engstem Raum (jeder kennt ja den Streit um die Armlehne). Vor dem Start ist es meist sehr warm in den Maschinen und ein wohltuendes Lüften ist natürlich gar nicht möglich. So mancher Körperduft und insbesondere auch künstlicher Duft kann sich in diesem Klima mal so richtig breitmachen.

Auch wenn nur jeder 2. Passagier unmittelbar vor dem Flug einen Duft im Duty Free-Shop ausprobiert hat, ist alleine die Vorstellung des Duftgemischs in der Maschine furchterregend. Ein Mix aus 60 frisch aufgetragenen Parfums in Kombination mit ca. 120 Deodorants und ca. 120 Waschpulvern tut selbst duftunempfindlichen Menschen nicht gut.

Parfums im Duty free einkaufen – gerne. Aber bitte ohne Testmöglichkeit vor dem Flug!


In Sachen Duft gilt: Bitte Rücksicht nehmen.

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Auch das Bundesamt für Gesundheit der Schweiz informiert über Düfte und den Einsatz von Raumbeduftung. Deren Empfehlungen sind
  • Da Düfte von einigen Personen auch als unangenehm oder gar bedrohlich empfunden werden, sollte man bei der Beduftung Rücksicht auf Mitbewohner nehmen und Belästigungen vermeiden. Kinder wehren sich oft nicht aktiv gegen Gerüche.
  • In Anwesenheit empfindlicher Personen, insbesondere Asthmatikern sollte man auf die Verwendung insbesondere von Duftsprays und Räucherstäbchen verzichten.
  • Raumluftparfüms, Duftkerzen, duftende Öllämpchen und Räucherstäbchen sollte nur gezielt und zeitlich begrenzt eingesetzt werden. Danach, spätestens aber vor dem Zubettgehen empfiehlt es sich, die Räume kräftig zu lüften (Stosslüftung). Bei erhöhter Ozonbelastung im Sommer sollte auf eine Raumbeduftung verzichtet werden.
Mehr Infos auf der Website des BAG.

Auch hier wird darauf hingewiesen, dass unangenehme Gerüchte am besten bei der Ursache bekämpft werden. Das heißt übersetzt und ganz konkret:

Wenn ein Mensch stinkt, sollte er sich waschen und frische Kleidung anziehen. Übersprühen mit Deo nutzt nicht!
Ein muffiger Raum müffelt, sollte gelüftet werden. Duftkerzen nutzen nicht!
Ein stinkender Mülleimer wird am besten geleert. Mülleimer-Deo nutzt nicht!
Ein Toilettenraum sollte gelüftet werden (gegen unangenehmen Geruch hilft auch das Anzünden eines Streichholzes). Duftstäbe nutzen nicht!
Seit wann braucht ein Staubsauger eigentlich ein Deo?

fresh air im Yoga-Inn!

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YOGA INN steht für Yoga, Kultur und Bewegung. Die Räume sind groß, hell und einladend. Selbst in solchen Räumen kann ein intensiver Duft zur Hölle auf der Matte werden. Daher geht Inhaberin und Gründerin Kate Cardamis in Sachen Duft mit gutem Beispiel voran. Parfumnutzung ist sogar auf der Mitgliedskarte ein Thema. Dort heißt es:

„Please don’t use strong perfume – Yogis like to breathe fresh air“

Perfekt!

 

 

Das Umweltbundesamt empfiehlt:

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Auch das Umweltbundesamt informiert über die Verwendung von Duftstoffen und weist auf die Gefahren von Raumdüften z.B. in Schulen oder Läden hin. In der Broschüre heißt es u.a. „Duftstoffe sollten – wenn überhaupt – nur im persönlichen Bereich eingesetzt werden, weil sie von jedem anders wahrgenommen werden und für manche eine Belästigung darstellen können.“ Wer Duftstoffe sensibel wahrnimmt, kann sich schnell isolieren, denn der Trend zum Überduften eines unangenehmen Geruchs ist überall zu riechen. Hier empfiehlt das Umweltbundesamt „Für eine gute Luftqualität in Innenräumen ist regelmäßiges Lüften wichtig. Unangenehme Gerüche sind ein Indikator für unhygienische und damit ungesunde Raumluftbedingungen und sollten nicht mit Duftstoffen überdeckt werden.“ In gleicher Weise lässt sich auch Schweißgeruch bekämpfen: Waschen und möglichst nicht-synthetische ebenfalls gewaschene Kleidung tragen, hilft.“ Eine Duft-Fahne ist wie eine Zigarettenfahne zu sehen. „Wer Duftstoffe maßvoll einsetzt oder auf sie verzichtet, verhält sich seinen Mitmenschen gegenüber rücksichtsvoll und nimmt Naturdüfte besser wahr.“

Die Broschüre wurde in 2016 aktualisiert und steht hier zum Download zur Verfügung.

 

 

 

 

 

1 x pfffft max!!!

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Wenn schon Parfum, After Shave oder Deo, dann bitte dezent. Ein Hauch ist ausreichend und belästigt oder beeinträchtigt die meisten Menschen nicht.

Insbesondere in guten Restaurants – also dort, wo die Sinne ungetrübt sein sollten, sind starke und schwere Düfte absolut fehl am Platz.

Vor dem Sport – insbesondere in geschlossenen Räumen und Schwimmbädern – ist ein Duft unpassend. Da gilt: 0 x pfffft.

 

Migräne-Auslöser: Duft

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Laut Migräne-Liga Deutschland e.V. leiden ca. 6-8 Millionen Menschen in unserem Land unter Migräne. Die Ursachen dieser nicht heilbaren Erkrankung sind immer noch nicht vollständig erforscht und so manche Vorurteile halten sich hartnäckig. Migräneanfälle sind von stunden- oder gar tagelangen Qualen mit hämmernden Kopfschmerzen und Übelkeit geprägt. Besonders unangenehm sind Migräneanfälle, die von einer seh- oder sprachstörenden Aura begleitet werden. Ob mit oder ohne Aura – Geräusche, Licht oder Düfte sind während eines Migräneanfalls unerträglich. Nicht selten müssen die Betroffenen während der Dauer eines Anfalls in einem dunklen, ruhigen Raum liegen.

Migräniker können – je nach individuellen Auslösern – Maßnahmen zur Vermeidung von Migräneanfällen ergreifen. Dabei ist z.B. ausreichendes Trinken oder das Erlernen von Entspannungsmethoden relativ leicht. Dem Wetter und meist auch den Hormonen sind Migräniker jedoch ausgeliefert. Dies gilt auch für intensive Düfte. Wer diese aus gesundheitlichen Gründen vermeiden möchte, hat wenig Chancen.

Der Alltag von geruchsempfindlichen Menschen gleicht einem Spießrutenlauf.  Weglaufen ist jedoch nicht immer eine Option. Man denke z.B. an (m/w):

  • Schauspieler oder Musiker auf der Bühne
  • Kassierer im Supermarkt
  • Lehrer oder Dozenten im Klassenraum
  • Service-Kräfte in der Gastronomie
  • Ärzte und Praxis-Personal oder
  • Nutzer von reservierten Sitzplätzen.

Das richtige Maß der eigenen Beduftung scheint den meisten Menschen leider verloren gegangen zu sein. Ein „Hauch“ – lt. Duden ein „kaum wahrnehmbarer Geruch“ – wäre doch so viel angenehmer für alle. Wer seinen eigenen Duft morgens im Bad deutlich wahrnehmen kann, hat definitiv zu viel davon aufgetragen.

pleaseScent: Weniger Duft – mehr Atemluft!

A pleaseScent world!

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logo_quadratAtemluft – ohne künstlichen Duft! 

Es stinkt. Immer mehr und leider überall. Die Mischung der künstlichen Düfte in Bahnen, Flugzeugen, Theatern, Schulen, Schwimmbädern, Autos, Krankenhäusern, Restaurants, Wohnungen usw. usw. ist nicht mehr zu ertragen. Es wird gesprüht, was die Flaschen hergeben und es „duftet“ intensiv aus allen Richtungen.

Deo, Parfum, Haarspray, Waschmittel, Weichspüler, Toilettenpapier, ja sogar Damenbinden „duften“. Von Duftstäbchen, Duftkerzen, Duftbäumen, Duftsteinen, Duftölen, Duftzerstäubern ganz zu schweigen.  Hinzu kommen noch „einkaufsstimulierende“ Düfte in Supermärkten und Kaufhäusern. Es reicht!

pleaseScent ist eine Wortschöpfung, die Pleasure (Vergnügen) und Scent (Duft) verbindet. Entstanden ist so auch eine Bitte (please) in Sachen Duft. Das wohlklingende pleaseScent weist auf Restaurants, Shops, Veranstaltungen o.ä. hin, die auf künstliche Düfte verzichten.

Natürlich sagen wir hier auch, was gar nicht pleaseScent ist.

 

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